Ein Lustschloss musste es sein. Schön gelegen auf einem Hügelkamm und von allen bewundert. So stellte sich Herzog Carl Eugen das wohl alles vor. Schließlich wurde der württembergische Fürst nicht umsonst für seine Prunksucht gleichermaßen geschätzt und verflucht. Giacomo Casanova zumindest gefiel die teure Hofhaltung des Fürsten. Doch wer sollte das auf Dauer alles bezahlen? Carl Eugen war es egal und so entstand zwischen 1763 und 1769 nahe Stuttgart das kleine Schloss Solitude (deutsch: Einsamkeit). Bis heute ein beliebter Ort bei verliebten Paaren oder für rauschende Hochzeiten. Entsprechend ist es dort eher selten einsam, aber eben doch ziemlich schön. Letzteres hätte der Dichter Friedrich Schiller vielleicht nicht unterstreichen können. Schön? Na ja. Mehr oder weniger freiwillig drückte er hier oben als Junge die Schulbank. Auf der Hohen Karlsschule – zu der wurde das Schloss später – sollte der militärische Nachwuchs des Landes erzogen und gedrillt werden. Mit Sicherheit nicht das Richtige für den sensiblen Friedrich. Die Aussicht über das Land hat er vielleicht doch ab und zu genießen können. Wer auf seinen Spuren wandeln will, hat dazu immer von Dienstag bis Sonntag Gelegenheit. Zwischen 10 und 17 Uhr werden dann regelmäßig Führungen durch das Schloss angeboten. Nicht enttäuscht sein, viele Möbel gibt es nicht mehr. Dafür aber umso mehr tolle Geschichte. http://www.schloss-solitude.de




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